Platz 5 der virtuellen Welten: Firefly.

Totgesagte leben länger, wie wahr. Kaum war die TV Serie Firefly wegen mangelhafter Quoten aus dem Programm geflogen, wurde sie Kult. Erst durch die heftigen DVD Verkäufe und jede Menge Community-Gejammer wurde klar, welchen Status Joss Whedons schrullige Weltraum-Oper bei den Fans hatte. Inzwischen sind ein paar Jährchen ins Land gegangen. Ein Firefly Film wurde (mehr oder weniger erfolgreich) durch die Kinos geschickt und Mr. Whedon hat mit den Marvel Avengers endlich den Erfolg erzielt, den er verdient. Aber im Gegensatz zu den Avengers ist Firefly ein echtes Nerd-Phänomen, denn die Beliebtheit hat die Serie aus eigener Kraft, ohne bestehende Marke und gänzlich ohne Marketing Hype, erreicht. Kein Wunder, dass es Firefly locker auf Platz 5 unserer Bestenliste der virtuellen Welten schaffte! Klären wir doch gleichmal, was die Faszination dieser TV-Serie ausmacht…


Firefly: Was ist denn bloß so cool an Cowboys im Weltraum?

Im Grunde tauchen Wildwest-Bezüge in jeder erfolgreichen Weltraum-Oper auf. Bei Star Wars ist es (natürlich) Han Solo. Bei Star Strek sind es Charaktere wie James T. Kirk und William Ryker, die eigentlich besser in einen Saloon passen, als in ein Raumschiff. Aber Firefly geht einen Schritt weiter, denn es hat nicht nur Wild-West-Typen, sondern ein komplettes Wild-West-Universum. Bereits im Vorspann donnert die Serenty, das Raumschiff, das Dreh-und Angelpunkt der Serie ist, über eine Mustang-Herde hinweg. Bei Firefly sind die Cowboys nicht im Weltraum, sondern die kompletten Raumschiffe im Wilden Westen. Aber ist das die einzige Erklärung für den Erfolg der Serie? Ansonsten ist nämlich nicht viel neues an Firefly zu finden. Ein fieses, scheissbürokratisches Imperium voller uniformierter Arschlöcher? Geldgeile Unterweltbosse, die skrupellose Kopfjäger hinter den Helden herschicken? Psi-Begabte Teenager-Mutanten? Alles schon mal da gewesen… Das Geheimnis von Firefly muss also etwas anderes sein!

Unsere kleine Farm…

Auch wenn es die Fans nicht gerne hören werden: Einer der wesentlichen Gründe für den Erfolg der Serie ist das sehr klassische Format. Firefly ist nämlich ziemlich nah an der Soap-Opera. Damit meinen wir weniger den Aufbau der einzelnen Folgen. Die sind nämlich relativ episodisch mit wenig Zusammenhalt. Es gibt auch keine soap-typischen Mikro-Handlungen, die den Zuschauer von Folge zu Folge ziehen. Was aber absolut typisch ist, sind die Charaktere, die ein extrem enges soziales Beziehungsgeflecht miteinander haben und Projektionsflächen für jede Sehnsucht bieten. Für jeden Geschmack ist was dabei: die Palette reicht von intellektuellen Nerds (Dr. Simon Tam, Hoban) über klassische, taffe Helden (Malcolm, Zoe) bis zu den üblichen sexuellen Wunsch-Püppchen (Inara, Kaylee). Die große Leistung von Joss Whedon besteht darin, diese an sich reichlich platten Archetypen mit einer Menge Leben, Charakter und Charme zu füllen.

 … für Hardcore Sience Fiction Nerds!

Wenn man sich dann etwas  näher mit Firefly befasst, findet man natürlich doch noch etwas, dass diese Serie abhebt vom Ami-TV-Einheitsbrei: Das staubtrockene Low-Tech-Universum, dass viel mehr ist, als Pferde, Cowboys und Saloons. Die Firefly-Zukunft ist nämlich ziemlich realistisch. Es gibt keinen (physikalisch unmöglichen) Überlichtantrieb, Ressourcen sind stark begrenzt und umkämpft und die Handlung spielt sich in einem einzigen, gr0ssen Planetensystem ab, das die Menschen vor langer Zeit mit Generationsschiffen erreicht haben. Das beste und offensichtlichste Beispiel für die echte und glaubhafte Science Fiction Welt ist der Verzicht der Serie auf bunte und schrille Strahlenwaffen. Warum sollte man einen Haufen teurer, anfälliger Technik zusammenlöten, wenn die billigste und einfachste Lösung in Gewalt-Fragen eine Revolver-Kugel ist? Angesichts dieser zahlreichen, coolen Details verzeiht man Firefly seine Story-Glitches wie z.B. die zombieartigen Reaver, die zwar offensichtlich den IQ einer Küchenschabe haben, aber trotzdem noch prima Raumschiffe durchs All lenken können.

Halten wir also fest: Auch wenn es nicht die Eleganz (und Erotik und Gewalt und Tricktechnik, und, und, und)  der neuen Serien-Block-Buster wie True Blood oder Game of Thrones hat, ist Firefly ein Juwel der modernen Sience Fiction-Kultur. Wenn Sie’s nicht kennen, haben Sie definitiv was verpasst. Und hier noch schnell der Familien-Entertainment Tipp der Exploratoren: Schauen Sie es sich zusammen mit Ihrer Frau, Freundin, Mutter oder Putzhilfe an. Firefly ist zu 100% kompatibel mit dem weiblichen Geschlecht.

 


Um das Firefly Universum zu erforschen, braucht man nicht viel. Ein paar Folgen, ein Film und die Sammlung ist komplett.
Wer mehr will, darf sein Geld für diverse, durchwachsene Storysammlungen ausgeben.
*Alle Bilder sind Amazon Kauflinks.


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