Reaktorblocks Spielenotizen: Zu spät für eine Assassin’s Creed 4 Black Flag Kritik? Niemals! Über perfekte Spiele kann man immer schreiben.

Verdammt, es ist viel zu spät, um noch eine Assassin’s Creed 4 Black Flag Kritik zu schreiben. Das Spiel ist bereits seit 2013 auf dem Markt, hat sich verkauft wie geschnitten Brot und hat in allen News- und Test-Seiten Traum-Kritiken abgeräumt. Ubisoft hat bewiesen, dass  sie trotz maximalem Output (Jedes Jahr ein neues Creed-Spiel! Add-Ons und Neuauflagen der alten Teile nicht mitgerechnet…) die Qualität nicht nur halten, sondern sogar steigern können. Denn Assassin’s Creed Black Flag ist das beste AC Spiel, das bisher veröffentlicht wurde. Welche Stimme können die Exploratoren dem Lobes-Chor also noch hinzufügen? Vielleicht ein Artikel mit ein paar Argumenten, mit denen wir alle Assassin’s Creed-Muffel davon überzeugen können, diesem Spiel doch noch eine Chance zu geben…


Kann man Assassin’s Creed 4 Black Flag spielen, wenn man die anderen Teile nicht kennt? Ja, man kann…

  1. Weil Sie die anderen AC Spiele super ignorieren können, um Black Flag zu verstehen. Genau genommen versteht nämlich niemand so richtig die verschwurbelte Geschichte des geheimen Krieges der Assassinen gegen die Templer. Aber mal ehrlich: Akte X hat auch keiner verstanden und trotzdem war es eine Bomben-Fernsehserie. Wenn Sie einen Überblick darüber haben wollen, was in den anderen Assassin’s Creed Teilen passiert ist, empfehlen die Exploratoren das AC-Wikipedia.  Oder Sie warten auf den Film, der 2015 ins Kino kommen soll. Verstehen Sie uns nicht falsch: auch die anderen Teile der Serie bieten tolle Unterhaltung. Aber selbst die Exploratoren haben sich den hakligen ersten Teil (nach kurzem Anspielen) gespart. Den peinlichen Teil 3 mit seinem anbiedernden US-Patriotismus haben wir eiskalt links liegen lassen. Kurz gesagt: AC 1-3 kann man spielen; AC 4 muss man spielen.
  2. Weil Black Flag ein unglaublich detailliertes Open World Spiel ist. Wenn Sie das gute alte Pirates! von Sid Meier mögen, wenn Sie gerne in GTA durch die City cruisen oder wenn Sie in in Skyrim immer noch damit beschäftigt sind, jeden Stein umzudrehen, dann sollten Sie sich Assassin’s Creed Black Flag ansehen! Die Welt ist gigantisch und bietet massig Locations, die erforscht werden wollen: Bewaldete Inseln, gammlige Städte, Unterwasser-Wracks und Festungen sind nur ein paar Beispiele. Durch seine pseudo-historische Story hat Black Flag einen extrem reichhaltigen Hintergrund. Das Spiel bietet zwar nicht den akribischen Realismus von Assassin’s Creed 2, bei dem ganze Renaissance-Städte nachgebaut wurden, zeichnet aber trotzdem ein faszinierendes Bild vom Leben in der Kolonial-Karibik.

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    Eine Assassins Creed 4 Black Flag Kritik ist nicht komplett ohne einen Screenshot vom Star des Spiels: die Jackdaw, die Brigg des Assassinen-Piraten Edward Kenway. Diese Screenshot wurde auf einer Playstation 4 gemacht und NICHT nachbearbeitet. Wenn man da einen kitschigen Holzrahmen drumherum basteln würde, könnte man das Bild glatt als Restaurant-Deko verwenden.

  3. Weil Assassin’s Creed 4 kein amerikanisches Spiel ist. Man merkt sofort, das die kulturellen Wurzeln von Ubisoft in Frankreich sind, auch wenn Assassin’s Creed in Kanada programmiert wurde. Die Städte fühlen sich wie Städte an, nicht wie Hollywood-Papp-Kulissen. Das schönste Beispiel sind die Piraten-Schiffe: eine US-Firma wie Electronic Arts oder Blizzard hätte mit Sicherheit ebenfalls tolle Seeschlachten mit Pulverdampf und Säbelkämpfen hinbekommen – aber auf die Idee, die Mannschaft während der Fahrten original Seemanslieder (schön schräg!) singen zu lassen, wären die Amis nie gekommen.
  4. Weil Black Flag richtig cool mit seiner Story spielt. Bei Assassin’s Creed ist es Tradition, dass die Geschichte auf zwei Ebenen abläuft. Die Rahmenhandlung ist im Jahr 2013  (oder so…) angesiedelt und zeigt uns die Nachkommen der freiheitsliebenden Assassinen, die immer noch gegen die Templer kämpfen. Die haben inzwischen einen weltumspannenden Konzern namens Abstergo gegründet, um ihre Ziele zu realisieren. Die eigentliche Piraten-Geschichte wird dabei (wie immer) durch Zeit-Reisen in das genetische Gedächtnis der Assassinen-Erben erzählt. Ok, das kennt man, wie gesagt, schon aus den alten AC Spielen. Der neue Twist von Black Flag: die Templer-Firma Abstergo  nutzt nun ein kanadisches Game-Design-Studio als Tarnung, um genau jenes Spiel zu programmieren, das man gerade spielt: Assassin’s Creed Black Flag. Also: Ubisoft gehört den Templern und Black Flag ist das Mittel zur Weltherrschaft. Diese großartige Spinnerei zieht sich vollkommen stimmig durch das gesamte Spiel; vom Abstergo-Logo im Vorspann bis zu den zahlreichen herablassenden und lächerlichen Notizen der Templer-Game-Designer, die man in der Welt finden kann.
  5. Weil Assassin’s Creed 4 einen absolut perfekt ausbalancierten Schwierigkeitsgrad hat. Das Spiel ist zwar fluffig wie Zuckerwatte, verzichtet aber nicht auf Herausforderungen. Wenn Sie nur die Handlung erleben wollen, werden Sie und Ihr Held, der Pirat Edward Kenway, kaum einen Schweißtropfen vergießen. Wollen Sie aber alles erledigen, was Assassin’s Creed Black Flag zu bieten hat, dann machen Sie sich auf ein paar harte Nüsse (wie die legendären Schiffe) gefasst. Die Zeiten, in denen sich die Gegner bereitwillig zum Abstechen in einer Reihe aufgestellt haben, sind vorbei.
  6. Weil es das beste Spiel ist, dass Sie zur Zeit für Ihre taufrische Next-Gen Konsole bekommen können. Egal ob auf Xbox One, Playstation 4 oder wii U.

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    Havanna im Regen. Die Stadt-Missionen treten angesichts der tollen See-Schlachten etwas in den Hintergrund. Trotzdem erzeugt das Spiel stimmungsvolle Eindrücke der Siedlungen der Kolonial-Zeit. Was natürlich fehlt, ist die opulente italienische Renaissance-Architektur aus Assassins Creed 2.

  7. Und weil Assassin’s Creed Black Flag, wie kein anderes Spiel, den Traum von Freiheit in unser Wohnzimmer bringt. Die Freiheit, beim Free-Running unbehelligt von der lästigen Gravitation über Dächer wirbeln zu können. Die Freiheit, eine traumhaft schöne karibische Ideal-Welt zu erkunden. Die Freiheit, uns wie anarchistische Piraten von allen gesellschaftlichen Zwängen zu befreien und uns zu nehmen, was uns zusteht. Ahoi!

Und weil wir bei den Exploratoren ja grundsätzlich kritisch eingestellt sind, hier noch schnell für alle notorischen Nörgler die Schwächen des Spieles:

  • Der Multiplayer-PvP-Modus von Assassin’s Creed Black Flag ist immer noch genauso abstrus wie in den bisherigen Teilen. Man kann hier mal reinschauen und staunen, das war’s aber auch schon. Ringelpietz mit Abmeucheln umschreibt unsere Test-Erfahrung am besten.
  • Es gibt zu viele nervige Schleich-Lausch-Missionen, die Ubisoft – pardon, wir meinen natürlich Abstergo – immer dann einsetzt, wenn Sie dem Spieler Einblick in die Motive der Gegner und NPCs geben wollen. Ein paar zusätzliche, passive Animations-Sequenz wären hier wesentlich angenehmer gewesen. Assassin’s Creed 4 Black Flag ist nämlich lang genug und muss durch die konstante Schleicherei nicht gestreckt werden. Das bei AC 5 bitte unterlassen, liebe Abstergo-Designer. Danke.


2 Kommentare

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  2. Pingback: Tipps und Tricks für Assassins Creed 4 Black Flag Anfänger thema | germa2

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