Platz 7 der virtuellen Welten: Mittelerde.

Die Top 10 der virtuellen Welten geht weiter. Heute stellen wir Ihnen Platz 7 vor: Mittelerde von J.R.R. Tolkien. Und natürlich werden wir uns der Frage stellen müssen:

Wieso nur Platz 7? Der Herr der Ringe ist das beste und wichtigste Fantasy Werk aller Zeiten!

Nun, zuerst einmal wurde die Liste durch eine Abstimmung unter allen Exploratoren ermittelt und Mittelerde hat nun mal nicht mehr Punkte bekommen. Basta.


Bedeutet das nicht automatisch, dass die Exploratoren ein Haufen geschmacksbefreiter Dumpfbacken sind? Das kann man sehen wie man will. Eine Erklärung für das durchschnittliche Abschneiden von Tolkiens Meisterstück liegt sicher darin begründet, dass wir als Exploratoren vor allem an neuen und frischen Ideen interessiert sind. Und neu und frisch ist Mittelerde ganz und gar nicht. Ganze Generationen von Fantasy-Autoren haben bei Fantasy-Autoren abgeschrieben, die vorher bei Tolkien abgeschrieben haben. Seine Klasse haben sie nie erreicht. Das ist natürlich kein Tatbestand, den der gute alte John Ronald Reuel zu verantworten hat.

Die Vermarktung des Herrn der Ringe ist komplett außer Kontrolle geraten.

Elfen… pardon wir meinen natürlich Elben…, Zwerge, Orcs und Zauberer mit spitzen Hüten findet man an jeder Ecke. Spätestens seit der Verfilmung der Ring-Trilogie und des Hobbits durch Peter Jackson ist Tolkien im allgemeinen Canon der Popkultur angekommen. Vorher war der Herr der Ringe einfach nur der zweiterfolgreichste Roman aller Zeiten (direkt nach Charles Dickens ‚Geschichte zweier Städte‘). Ob Tolkien über die heutige Wahrnehmung seiner Bücher glücklich wäre, ist anzuzweifeln. In seinem Testament hatte er unter anderem die Verwertung als Filmstoff durch den Konzern Disney kategorisch ausgeschlossen. Tolkien war Sprachforscher, Poet und Literat. Platte Actionszenen, wie die Vernichtung des Elben-Heeres zu Beginn des ersten Herr der Ringe Films durch Sauron persönlich (auch bekannt als die Moulinette von Mordor), hätten ihm kaum gefallen.

Wir sind hin und her gerissen…

Auf der einen Seite eine Total-Vermarktung, die uns schlichtweg zum Kotzen bringt. Auf der anderen Seite ein wunderbarer Mythos von titanischer kultureller Relevanz und gleichzeitig voller erzählerischer Schönheit. Tolkien kann ja nichts dafür, dass er so gut war und 10.000 mal kopiert und letztendlich verunstaltet wurde. Genau deswegen verzichten wir an dieser Stelle auch auf die üblichen Kauf- und Produkt-Tipps, mit denen wir normalerweise unsere Website (ein kleines bisschen) refinanzieren. Wer Mittelerde sucht, findet es problemlos ohne unserer Hilfe. Zum Beispiel im Supermarkt um die Ecke. Allen Menschen, die ein ernsthaftes Interesse an phantastischer Literatur haben, raten wir: lesen Sie The Hobbit,  The Lord of  the Rings und (wenn Sie hart sind) das Silmarillion im englischen Original. Mit Anhängen. Und keine Gedichte überblättern.

test

Gandalf als Wackel-Kopf-Figur. Tolkiens Versuch, die Verwertung seines künstlerischen Erbes im Testament zu regeln, ist offensichtlich gescheitert. Schlimmer wäre es auch mit Disney nicht gekommen…


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