Der SWTOR-Status-Bericht. Teil1: Questen & Dialoge.

SWTOR verliert Abonennten.
SWTOR wird free to play.
Alle spielen Guild Wars 2.

Der Shitstorm ist vorbei. Wunderbar – Zeit für die Exploratoren mal einen Blick auf Biowares Mammut-Projekt zu werfen. Welches Potenzial steckt in diesem Spiel noch drin? Welche Chancen hat EA, um mit diesem Spiel im Verdrängungswettbewerb der MMOs zu überleben? Es geht um Marktanteile, dass ist offensichtlich. Sonst würde der sehr frühe Schritt zum F2P kaum Sinn ergeben. Es geht also nicht nur darum, wie viel Gewinn SWTOR abwirft. Es geht vor allem darum, wie viele Spieler man Blizzard (und dem Rest) abknöpfen kann.


Wir (die planaren Exploratoren) spielen das Spiel seit der Open Beta und klar ist: perfekt ist dieses MMO nicht. Aber perfekt ist ja auch nur WOW und deshalb auch das einzige Spiel, dass noch mehr Aggro zieht, als die alte Republik. Aber wir haben parallel zu SWTOR diverse andere Single-Player-Titel gespielt. Zurück gefunden haben wir zu Biowares Dialog-Monolith immer wieder. Schlecht ist das Spiel nicht. Schauen wir uns also mal die Elemente des Spiels an! Was ist Mist und gehört in die Tonne? Was hat Bioware gut gemacht und sollte deshalb ausgebaut werden? Die planaren Exploratoren, werden sich in einer kleinen Artikelreihe die Kernfeatures des Spieles ansehen und ihr harsches, grausames Urteil darüber fällen. Den Anfang macht das mega-behypte-Quest/Dialog-System von SWTOR…

Die Questen: spannende Dramatik oder quälendes Drama?

Die Questen mit ihren individuell vertonten Dialogen waren DAS Verkaufsargument für SWTOR. Die intelligenten, spannenden Dialogzeilen sind Biowares Markenzeichen und sorgen dafür, dass Ihre Spiele sich meistens mehr wie Theaterstücke (naja, Puppentheater) oder Kinofilme anfühlen. Auf diesem Gebiet macht ihnen (Bioware) niemand etwas vor. Und nach SWTOR käme auch niemand mehr auf die Idee. Denn bei einem MMO stösst diese Technik an die Grenzen des Machbaren. Riesigen Massen an Gelaber müssen geschrieben, vertont, bearbeitet und geschnitten (Lippenanimation!) werden. Bioware hat sich mit der Synchro-Aufgabe für die acht individuellen Quest-Lines einen immensen Klotz ans Bein gehängt. Man zählt 8 Main-Chars. Jeweils männlich und weiblich, also 16 Stimmen. Dazu die Crewmitglieder und ein ganzer Sack NPCs. Da das Spiel international ist, muss jede Zeile auch noch in diversen Fremdsprachen aufgezeichnet werden. Und: mal sehen, was passiert, wenn der erste Stammsprecher dem Team nicht mehr zur Verfügung steht.

Erwartungsgemäss ist hier seit dem Launch auch nichts mehr dazu gekommen. Als Spieler ist man fast froh darüber, weil man die Dialoge nach dem ersten Durchhören (das natürlich schon Spass macht) meistens doch nur wegklickt. Was nicht soooo schlimm ist. Wesentlich unschöner ist, dass auf Grund der immensen Menge an Content, die für die 8 Questlines produziert werden musste, an vielen Stellen recycelt wurde. Man läuft immer wieder durch die gleichen Gebäude und trifft immer wieder die gleichen NPCs. Egal mit welchem Charakter man unterwegs ist, lediglich Story und Dialogzeilen unterscheiden sich marginal. Das ist verständlich, denn es steckt wirklich viel Inhalt in SWTOR. Und: andere MMOs machen sich diese Mühe gar nicht und scheuchen alle Spieler durch die gleichen Basis-Questen. Trotzdem muss man beim Twinken auf viele Déja-Vu’s gefasst sein. Und Twinken ist Kern des SWTOR Gameplays.

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Unser Fazit:

Das Dialog-System und die Charakter-Questen sind trotz allem Genörgel gut und eine Besonderheit im MMO-Markt. Uns fehlt aber das letzte Fünkchen Kreativität: der Humor, die Überraschungen, der Stil. All das, was man bei Mass Effect im Überfluss finden konnte. Hier wird Bioware bei neuen Inhalte-Patches zulegen müssen.

Potenzial:

Hoch. Wir warten auf wirklich interessante Crew-Mitglieder mit eigenen Questen, in eigenen Gebäuden mit interessanten Gegenspielern. Die Ankündigung zum neuen Assassinen Droiden HK-51 lässt hoffen. Bioware weiss nämlich wie das geht , sie müssen sich nur dran erinnern. Außerdem wünschen wir uns Extra-Dialogoptionen für Charaktere mit besonders hohen Gesinnungswerten. Und damit verbunden vielleicht Extra-Sozialpunkte (oder Extra-Loot, Extra-Titel, Extra-XP) als Belohnung für diese Antworten. Oder noch besser: den Aristokraten als neue Spieler-Klasse mit besonders bissigen Antworten.

Die Exploratoren Tipps zu den SWTOR Dialogen & Questen:

  1. Spielen Sie in erster Linie die Charakter-Questen!
  2. Vielen Aufgaben, die man am Wegesrand findet, sind hingegen überflüssig und langweilig. Für das Anhäufen von XP sind sie meistens  nicht nötig, wenn man nebenher PvP, Flashpoints oder Raumschlachten spielt.
  3. Eine Ausnahme bilden die Planeten-Questlines: jede Welt hat eine eigene, längere Aufgabe, die unabhängig von der Charakter-Queste ist. Diese ‚Welt-Questen‘ sind auf dem selben Niveau wie die individuellen Questlines, manchmal sogar interessanter. Und natürlich sind sie wesentlich tauglicher für das Gruppenspiel und werfen Belohnungen für alle Beteiligten ab. Aber spätestens wenn man diese Aufträge mit einem Twink wiederholt, sind auch sie überflüssig.
  4. Die heroischen 2er und 4er Helden-Questen sind vor allem für taktische Gruppenspieler interessant, die scharf auf eine Herausforderung und besseren Loot sind. Die Dialoge und Stories dieser Quests sind leider ebenfalls unterer Durchschnitt. Viele heroische Questen verzichten sogar komplett auf Dialog-Filme und laufen komplett über Missions-Kioske ab. Pfui.
  5. Und nun die schwerste Frage…welche Story hat uns am besten gefallen? Welche Klasse lohnt sich mit Blick auf die Geschichte am meisten? Wir haben inzwischen zwei Klassen durchgespielt, sämtliche restlichen Helden angetestet, und in viele fremde Questen als Gäste mit rein geschnuppert. Den besten Eindruck haben die vier imperialen Klassen auf uns gemacht. Besonders die beiden Sith-Klassen mit ihrer dick aufgetragenen Gefühlswelt (‚Fühle deinen Hass, mein junger Lehrling!‘), den unendlichen Intrigen, den abgefahrenen Nichtspieler-Charakteren und Begleitern waren recht unterhaltsam. Bei den republikanischen Klassen waren es der Jedi-Wächter und der Soldat, die uns am besten gefielen. Vom Jedi-Berater, den wir bisher bis Stufe 35 gespielt haben, raten wir klar ab. Diese Klasse war zu 99% langweilig und bierernst. Wenn hier Humor aufkommt, dann meistens ungewollt. Ach ja, unsere Meinung betrifft die englische Version des Spieles. Möglicherweise führen die deutschen Synchronsprecher bei bestimmten Klassen zu einem anderen Erlebnis.

So viel zu diesem Thema… wir sind natürlich noch lange nicht fertig ;-)
Stay tuned!

Zum Teil 2 des SWTOR Status-Berichtes: Rassen, Klassen, & Gefährten (inklusive Tipps!)

2 Kommentare

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