Der SWTOR-Status-Bericht. Teil2: Rassen, Klassen & Begleiter.

Heute setzen wir unsere ausführliche Betrachtung des SWTOR-Gamplays fort. Unser Schwerpunkt: Rassen, Klassen, Begleiter. Wer spielt sich gut, wer ist langweilig?

Die SWTOR Rassen: leider egal…

Wenn man sich die Rassen von The Old Republic ansieht, erkennt man auf den ersten Blick die Handschrift von Bioware: bloss nicht zuviel neues ausprobieren ;-). Alle spielbaren Figuren sind humanoid. Selbst die klassischen ‚Pelz-Aliens‘ aus den Star Wars Cantinas sucht man vergebens. Klar, später darf man die knuddligen Wookies, Javas und viele andere skurrilen Wesen als Begleiter in seiner Gruppe mit aufnehmen. Das Statement von Bioware dazu war lapidar: auch in den Filmen waren alle Helden menschlich. Wenn das mal keine Ausrede ist…


Überhaupt haben die Rassen in dem Spiel nur einen sehr kleinen Stellenwert. Sie beeinflussen weder die Sprecher-Stimmen, die ja ausschliesslich von der gewählten Klasse abhängen, noch liefern sie irgend einen relevanten Bonus. Von eigenen Startgebieten wollen wir mal gar nicht reden. Im Prinzip ist die Wahl der Rasse in SWTOR absolut kosmetisch. Der einizig spannende Moment, den man dabei hat, ist die Zeit im Charakter-Generator. Selbst hier muss man sagen: alles sehr sparsam. Variation wird hauptsächlich durch Killefitz wie Schmuck, Cyber-Krams und Tattoos erzeugt. Die Auswahl und der Ausdruck von individuellen Gesichtern ist stark begrenzt. Dicke Nasen, fiese Fressen, stechende Augen? Fehlanzeige. Dass man mit Hilfe des Legacy-Systems früher oder später die imperialen Rassen auch als republikanischer Spieler (und natürlich umgekehrt) frei schalten darf, tröstet da wenig. Bioware, ach, das geht wirklich besser.

Rhodian_leider_nicht_spielbar

Die SWTOR Klassen: 4 müssen reichen. Basta!

Über die Klassen bei Old Republic ist natürlich schon viel geschrieben worden. Auch hier hielt sich Bioware an die Regel: wer nix wagt, kann auch nix verlieren. Das wichtigste in Kürze: es gibt nur vier Klassen, die sich jeweils nochmals in 2 Spezialisierungen aufteilen. Die Klassen von Republik und Imperium sind exakt gleich. Lediglich die Namen und die Kampfanimationen unterscheiden sich. Zumindestens in diesem Fall kann man verstehen, warum Bioware hier so vorsichtig agieren musste: PvP. Da jede Seite die gleichen Chars hat, ist das Spieler-gegen-Spieler Gameplay schon mal per se immer ausbalanciert. Ansonsten drehen sich die Klassen allesamt um die heilige Dreifaltigkeit des MMO-Designs (im englischen: the MMO-Trinity): Tank, Heiler, Schadensausteiler. Tja, und das ist in den Augen der Exploratoren der grösste Fail in diesem Spiel. 4 Klassen sind einfach zu sparsam. Etwas mehr Mut und Kreativität hätte hier Wunder gewirkt. Wo sind die Mechaniker, die Türen öffnen, Fallen und Granaten einsetzen und Raumschiffe pimpen? Wo sind die Piloten oder die Aristokraten? Wo ist die Klasse, die Einfluss auf die Dialoge nehmen kann? Hier wurde zu wenig gewagt und wenn SWTOR eines Tages komplett den Bach runter gehen sollte, dann ist hier der Fehler zu suchen.  Zu mindestens das Gameplay der Klassen unterscheidet sich ganz angenehm. Der Unterschied zwischen dem Spielstil eines Stith-Kriegers und eines Sith-Hexers ist beträchtlich. Selbst die Klassen-Spezialisierungen bieten genug individuelle Unterschiede, um ein erneutes Durchspielen einer Basis-Klasse, zum Beispiel auf der anderen Fraktionsseite, interessant zu machen.

Nettes Detail: die Nutzung der dunklen Seite hinterlässt dauerhafte, optische Spuren am Charakter-Gesicht. Leider gibt es für die helle Seite kein vergleichbares System. Jedi Botschafter mit Heiligenschein? Wir hätten es gemocht...

Die Gefährten: viel Stoff für Charakter-Tuning.

Der letzte Baustein im SWTOR Charakter-System sind die Begleiter. Hier macht Bioware eine Menge wieder gut, was sie bei den individuellen Klassen verbockt haben. Das System mit den Ausrüstunsgmöglichkeiten, der halbwegs vernünftigen KI, dem Zuneigungs-Level, den Geschenken und natürlich den Vorlieben und Abneigungen macht einen sehr runden Eindruck. Ein gut ausgerüsteter Begleiter ist zwar nicht zwingend notwendig und ersetzt auch keinen menschlichen Mitspieler, ist aber auf der anderen Seite eine echte Hilfe beim Leveln, wenn man ihn richtig einsetzt. Hier bemerkt man den ‚Bioware-Touch‘ von SWTOR am deutlichsten. Schade ist, wie schon gesagt, dass die persönlichen Questen der Begleiter nicht weiter ausgebaut wurden. Schön ist hingegen, wie die Begleiter in das Legacy-System integriert wurden: nicht nur der eigene Main-Char profitiert von einem zufriedenen, durchgespielten Gefährten, sondern die gesamte Familie (-> Twinks) bekommen einen Bonus. Das motiviert.

Unser Fazit:

Die planaren Exploratoren schliessen sich diesmal dem allgemeinen Netz-Genörgel an: hier hätte mehr passieren müssen. Man merkt deutlich, wie Bioware bei Charakter-Klassen und Rassen auf Nummer-Sicher gegangen ist, um sich nicht mit Balancing-Problemen zu belasten, um den Designprozess zu vereinfachen und natürlich um die vermeintlich anspruchslosen MMO-Freaks nicht zu überfordern. Das ging nach hinten los. Bei den Klassen mag das noch verzeihlich sein, weil man hier sinnvollerweise das Balancing in den Vordergrund stellen musste. Bei den Rassen ist es nicht so leicht einzusehen. Weniger ist hier wirklich weniger und nicht mehr. Sorry, Bioware, aber so ist es. Zum Vermächtnis-System: die Idee geht auf jeden Fall in die richtige Richtung, bietet aber (noch) zu wenig, um als langfristiger Motivation zu funktionieren.

Potenzial:

Naja. Bei den Klassen darf man kaum Innovation erwarten. Der Aufwand, der durch die Integration einer neuen Klasse allein durch die Vertonung und Animation der Dialoge entsteht, wird hier jedes Update verhindern. Traurig aber wahr. Bei den Rassen zeichnet sich bereits ab, dass sich hier ein bisschen mehr tun wird. Natürlich darf man nicht hoffen, einen Hutten, Jawa oder Yoda (wie heisst diese Rasse eigentlich?) zu spielen. Bioware wird sich schön an die simplen, normal grossen, humanoiden Aliens halten, um sich nicht zu viel Arbeit bei der Anpassung der Ausrüstung auf zu halsen. Ok, lieber ein paar Knuddel-Fell-Viecher als gar nichts :-). Die interessantesten Updates dürften im Begleiter-System kommen. Bioware plant bereits jetzt einen Gefährten, der nur durch kombinierte Aufgaben von verschiedenen Vermächtnis-Mitgliedern frei gespielt werden kann. Cool! Endlich mal eine sinnvolle Verknüpfung der einzelnen Komponenten des Spiels. Die Exploratoren warten natürlich noch auf Gefährten, die neue Boni ausserhalb des Crafting (Raumkampf, PvP?) frei schalten, die knackharte Stufe 50 Questen erfordern, und echte Entscheidungen vom Spieler abverlangen: Vette (dauerhaft!) töten, um Jaesa Willsaam flach legen zu dürfen, oder so ähnlich… Oder wie wären komplett eigene Begleiter-Questen, bei denen man direkt die Kontrolle über den Gefährten übernimmt und bei denen der Haupt-Charakter zu Hause bleibt?  Bioware, da geht noch was. Gebt mal Gas!

Die Exploratoren Tipps zu den SWTOR Klassen & Rassen:

  1. Das Klassensystem von SWTOR ist recht übersichtlich. Prinzipiell kann durch die später erfolgende Spezialisierung der Klassen, fast jede Klasse auch jede Rolle einnehmen. Wählen sie die Klasse lieber anhand der Story und des Kampfstils aus.
  2. Krieger (damit meinen wir:  Jedi Wächter, Sith Krieger) kämpfen mit Lichtschwertern und sind dabei durch Machtsprünge hoch beweglich auf dem Schlachtfeld. Tank spielen kann sogar im PvP ziemlich viel Spass machen!  Ach ja, die Krieger sind die einzige Klasse ohne Heilfertigkeiten. Um so wichtiger, dass man hier auf die richtige Auswahl des Begleiters achtet: Malavai Quinn (beim Imperium) ist ein exzellenter Heiler, der zu dem ein paar schöne Story-Auftritte und Kommentare hat, die man nicht verpassen sollte.
  3. Zauberer (Sith Inquisitor, Jedi Botschafter) nutzen die schicken Doppel-Lichtschwerter und haben ein paar ansehnliche Flächenzauber.
  4. Die Waffen-Klassen (Soldat, Kopfjäger) machen Spass durch lautes Artillerie-Gebumse mit Raketen, Miniguns und Flammenwerfern, sind bei der Bewegung im Kampf aber eher was für langsamere Spieler.
  5. Agent & Schmuggler sind für Sniper-Fans interessant und bieten schöne Spezialisierung für Schleich-Messer-One-Hit-Crit-Gegner-Tot-Spieler. Auch diese Klasse spielt sich eher mit angezogener Handbremse.
  6. Welche SWTOR Klasse eignet sich am besten für’s PvP? Auch eine schwere Frage. Grundsätzlich sind die Heiler-Klassen trotz mehrfacher Nervs immer noch sehr stark, overpowered oder IMBA wäre hier aber das falsche Wort, denn auch die restlichen Klassen machen viel Spass. Besonders die hohe Beweglichkeit macht die Krieger zu einer interessanten Alternative, wenn man mal richtig Gas beim Huttenball geben möchte.
  7. Wählen Sie bei Ihrer ersten Klasse auf jeden Fall einen Missions-Crafting-Skill (Diplomatie, Schatzsuche, Ermittlung, Unterwelthandel) mit aus. Diese Skills werfen als Ergebnis allesamt Geschenke mit ab, die sie für die Steigerung der Zuneigung ihrer Begleiter bitter nötig haben. Ein völlig ‚befriedigter‘ Gefährte mit maximaler Zuneigung ist eine echte Hilfe im Spiel, da er wichtige Buffs für Kämpfe und für weitere Crafting Skills liefert.
  8. Das Ausrüsten der Gefährten mit Top-Gear macht zwar eine Menge Spass, ist aber nicht so wichtig wie die Steigerung der Zuneigung. Wählen Sie einen Begleiter aus, der ihre Kampf-Rolle ergänzt. Heiler suchen sich einen Tank, Schadensklassen und Tanks legen umgedreht Wert auf Heilung. Wenn Sie den passenden Begleiter für sich gefunden haben, reicht es für’s  Hoch-Leveln und die Charakter-Story dicke aus, wenn Sie den Burschen mit grünem Loot und gelegentlichen blauen Drops ausrüsten, die sie am Wegesrand finden. Alles andere ist Credit-Verschwendung.
  9. Zu den Rassen ist kaum viel zu sagen… ausser: wer beim imperiale Agenten den Cyborg als Rasse wählt, darf auf ein einzigartiges Brillen-Implantat zugreifen. Das richtig cool aussieht!

Willkommen Agent Smith, vergessen sie bitte nicht, ihre Sonnenbrille auch am Tage zu tragen!

Zum Teil 1 des SWTOR Status-Berichtes: Questen & Dialoge (inklusive Tipps!)

Ein Kommentar

  1. Pingback: Die Gesellschaft der planaren Exploratoren » Blog Archive » Der SWTOR-Status-Bericht. Teil1: Questen & Dialoge.

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