DDO Tipps & Tricks. Teil 2: die Klassen.

Willkommen zum zweiten Teil des epischen Tipps & Tricks Specials der planaren Exploratoren zu Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited (wie immer ab jetzt kurz DDO). Nachdem wir im letzten Teil die Grundlagen des Spieles erklärt haben, werden wir heute etwas Basiswissen vermitteln, das Ihnen bei der Auswahl der Charakterklasse helfen sollte. Komplette Charakter-Builds und Halt-mein-Händchen-Guides werden wir wie immer nicht liefern. Es geht uns mehr um eine Hilfestellung für Anfänger. Und es soll ja auch noch Platz zum Experimentieren bleiben. Also los… was sollte man über die DDO Chars wissen, bevor man loslegt?

Drei absolute wichtige DDO Anfänger Tipps!

Erstens: es gibt kein sinnvolles PvP in DDO. Deshalb sind die Klassen nicht gegeneinander gebalanced. Es gibt also deutliche Unterschiede im Power-Level der Klassen.

Zweitens: in DDO kann man bis zu drei Klassen miteinander kombinieren. Jedes mal, wenn man eine neue der 20 Stufe erreicht hat, kann man sich entscheiden, ob der nächste Level in der alten Klasse stattfinden soll, oder ob man dem Charakter etwas anderes beibringen möchte. Das ist eine sehr große Freiheit, die aber auch die Gefahr der totalen Verskillung mit sich bringt. Einige Kombinationen aus Klassen sind sinnvoll, andere kompletter Crap! Dazu später mehr. Ach ja, der Fachbegriff bei DDO ist dafür Multiclassing.


Drittens: die offene Plätze in einer Gruppe kann man auch mit sogenannten Mietlingen (Hirelings) auffüllen. Das sind Nichtspieler-Charaktere, die vom Computer gesteuert werden. Oder auch nicht, denn die Burschen neigen des öfteren zu Total-Blackouts und stehen dann einfach nur dämlich in der Gegend herum. Trotzdem lohnt es sich fast immer, einen Mietling-Kleriker mit zunehmen, wenn man die Sechs-Mann Gruppe nicht voll bekommt. Jeder menschliche Spieler darf einen Mietling am Laufen haben, so dass man mit drei Leuten eine DDO-Gruppe rein theoretisch füllen kann. Die KI-Spieler können für einen recht günstigen Preis mit Ingame-Gold gekauft werden.

Etwas blass?

Die Nahkämpfer

Der Kämpfer (Fighter). Viele Anfänger greifen in einem neuen MMO erst mal zum Kämpfer, um das Spiel zu testen. Das ist auch in DDO eine vernünftige Idee. Als reine Solo-Klasse ist der Kämpfer allerdings dadurch limitiert, dass er keine Heilmöglichkeiten hat. In kleinen Gruppen übernimmt er aber wie in anderen Spielen gerne die Rolle des Tanks. Man sollte außerdem wissen, dass Rüstungen (Rüstungsklasse, oder Armorclass) deutlich weniger Einfluss haben, als in anderen MMOs. Das bedeutet nicht, dass man nackt in den Dungeon rennen sollte, aber zumindest Schilde werden von DDO-Kämpfern extrem selten benutzt. Deshalb sollte man vor allem die Lebenspunkte (in DDO Trefferpunkte oder Hitpoints) maximieren und gleichzeitig zusehen, dass man ordentlich Schaden austeilt. Das wird traditionell durch fette Zweihandwaffen oder durch zweihändiges Kämpfen (in jeder Hand eine Waffe) erledigt. Da Kämpfer bereits ab der ersten Stufe fast alle Waffen und Rüstungen benutzen dürfen, wird der Kämpfer oft als zusätzliche Klasse mit nur einer Stufe in einem Multiklassen-Charakter eingebaut. Ach ja: bei den Attribute nicht nur Stärke und Konstitution steigern, sondern auch das Charisma. Das ist notwendig, weil es die Fertigkeit ‚Einschüchtern‘ (Intimidate) beeinflusst, die dem Kämpfer dazu dient, die Aggro auf sich zu ziehen.

Der Barbar (Barbarian). Im Vergleich zum Kämpfer kann man den Barbaren wie folgt beschreiben: weniger Rüstung, mehr Schaden. Damit passt die Klasse ganz gut in die Mechanik von DDO. Natürlich engt man sich durch diese Auswahl stark in der Spielweise ein. Einen Kämpfer kann man jederzeit durch einen Respec in einer andere Richtung lenken. Ein Barbar bleibt für immer dadurch eingeschränkt, dass er nur wenige Rüstungen tragen darf. Er muss sich bei der Steigerung der Rüstungsklasse vor allem auf seine Geschicklichkeit konzentrieren, was aber prinzipiell keine schlechte Idee ist. Wir haben noch nie einen Barbaren probiert, aber wahrscheinlich ist er etwas schwerer zu spielen als ein Kämpfer, dafür aber nicht ganz so trocken (–> langweilig). Für Solo-Spieler ist Klasse wegen der fehlenden Heilmöglichkeiten nicht wirklich zu empfehlen.

Der Paladin. Wie in anderen MMOs (die das natürlich aus Dungeons & Dragons abgeschrieben haben), ist der Paladin ein Kämpfer mit Heil- und Zauberfähigkeiten. Er hat Zugriff auf fast alle Waffen und alle Rüstungen. Für Solo-Spieler ist er eine ordentliche Wahl, da er sich selber heilen kann. Damit ist der Pala ein Kämpfer mit Sicherheitsnetz. Gute Rüstung, dicke Trefferpunkte, eigene Buffs, eigene Heilung. Allerdings ist er im Gegenzug als Gruppenheiler kaum zu gebrauchen, da ihm zu schnell das Mana ausgeht. Und irgendwie ist er langweilig, oder?

Der Mönch (Monk). Dieses ist eine Klasse, die nur zahlenden Spielern (Abo oder Turbine-Shop) zur Verfügung steht. Mönche tragen noch weniger Rüstung als Barbaren – nämlich gar keine! Sie orientieren sich an fernöstlicher Kampfkunst und ziehen in schlabbrigen Sackkleidern ins Abenteuer. Trotzdem sind Mönche die Klasse, die die höchste Rüstungsklasse im Spiel erreichen kann, da sie nicht nur ihren Geschicklichkeitsbonus, sondern auch ihren Weisheitsbonus zur Rüstung addieren. Wenn man also diese beiden Attribute gezielt steigert (ein Muss für diese Klasse) und sich ansonsten auf Items konzentriert, die magische Rüstung erzeugen (z.B. Schutzringe!) kann man interessante Ergebnisse erreichen. Ein weiterer Punkt: der Mönch ist in der Auswahl seiner Waffen extrem eingeschränkt. Meistens schlägt er mit bloßen Händen zu. Mit Hilfe der sogenannten Bandagen (Handwraps) kann er seinen Handangriffen dann aber doch magische Eigenschaften verleihen, wie z.B. Feuerschaden. Der Mönch ist also in der Auswahl seiner Items ziemlich spezialisiert. Warum sollte man Geld für die Klasse ausgeben? Nun, der Mönch hat einen eigenen coolen Martial-Arts-Kampfstil. Seine Bewegungen sind individuell – man findet sie in keiner anderen Klasse. Außerdem verfügt er über eine ganze Menge Spezialfähigkeiten, die er Mittels der Ressource ‚Ki‘ einsetzt. Ki baut sich im Kampf auf und ebbt schnell wieder ab, wenn man rum steht. Man kennt das vielleicht aus WOW von der Ressource ‚Wut‘ des Kämpfers. Je nachdem welche Talente und Verbesserungen man sich während der Karriere zulegt, kann man seinen Mönch mit recht unterschiedliche Verteidigungsbuffs und auch Heilungszaubern ausstatten. Aus diesem Grund sind Mönche auch als Solo-Klasse gut zu gebrauchen. Die Exploratoren haben diese Klasse bis Stufe 8 gespielt und wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß. Mönche sind cool.

Der Mönch: hoher Coolnessfaktor. Leider nur gegen Echt-Geld zu haben.

Die Zauberwirker

(Was für eine blöde Übersetzung. Naja, Magicuser ist auch nicht gerade elegant.)

Der Hexer (Sorcerer). Dieses ist so ziemlich die einfachste aller Magie-Klassen. Der DDO-Hexer kommt am nächsten an das Bild der magischen Artillerie heran. Im Gegensatz zu anderen Zauber-Klassen stehen ihm nur wenige unterschiedliche Sprüche zur Auswahl. Als Ausgleich für diese Einschränkung kann er diese Sprüche allerdings aufgrund seines üppigen Mana-Pools wesentlich öfter nutzen, als z.B. ein Magier. Man sollte dabei bedenken, dass sich Mana bei DDO nicht automatisch regeneriert. Die meisten Spieler beschränken sich beim Hexer deshalb darauf, einen extrem leistungsfähigen Schadens-Charakter zu spielen. Feuerbälle vom Fließband. Natürlich sind auch andere Spezialisierungen denkbar: z.B. ein Controller, der sich auf das Bezaubern der Gegner konzentriert. Auf den Servern wird man so etwas aber nur extrem selten treffen. Als Solo-Klasse ist der Hexer leider ziemlich sinnlos, da man mit roher Feuerkraft in DDO alleine nicht weit kommt. Im Gruppenspiel aber eine echte Bereicherung.

Der Kleriker (Cleric). Die Kleriker sind DIE Heilklasse in DDO. Zudem haben sie einen ordentlichen Vorrat an Trefferpunkten und dürfen jede Rüstung tragen. Lediglich in der Wahl der Waffen sind sie etwas eingeschränkt. Durch diese Kombination sind Kleriker sowohl als Solo-Charakter, als auch in großen oder kleinen Gruppen extrem gut spielbar. Heilung wird einfach immer gebraucht. Hinzu kommt, dass diese Klasse über eine große Menge von Buffs verfügt, die das Überleben wesentlich vereinfachen. Noch ein Detail macht den Kleriker sehr beliebt: er ist die einzige Klasse, die anderen Spielern Manapunkte zukommen lassen kann. Fachbegriff dafür ist übrigens: ‚Mana schieben‘. Für Anfänger eine echte Empfehlung. Außerdem brilliert diese Klasse im Kampf gegen Untote. Und davon gibt es in DDO reichlich.

blö

Der Magier (Wizard). Hierbei handelt es sich um die zentrale Magie-Klasse. Der DDO-Magier ist nicht die mächtigste Magie-Klasse, denn was Schadenserzeugung angeht, hängt ihn der Hexer locker ab. Dafür ist er aber mit Abstand die vielseitigste Klasse überhaupt. Es steht ihm eine große Auswahl von Schadens-, Kontroll-, Buff und Unterstützungszaubern zur Verfügung. Da hierbei schnell die Übersicht flöten geht, ist die Klasse recht fordernd und für Anfänger nur bedingt geeignet. Auch als Solo-Charakter ist der Magier nur für Experten zur empfehlen.

Die Begünstigte Seele (Favored Soul, noch so eine tolle Übersetzung. Ok, das sollte uns hier nicht interessieren.) Die Begünstigte Seele ist kostenpflichtig – kann aber auch über das Farmen von Ruf-Punkten frei gespielt werden. Dafür muss man aber ein recht fettes Kontingent an Spielzeit einplanen. Die Klasse ist im Prinzip als Mischung aus Hexer und Kleriker aufgebaut. Es stehen ein paar Heilzauber zur Verfügung, die Auswahl ist aber deutlich eingeschränkt. Dafür ist der Mana-Pool mehr als üppig. Spezialfähigkeiten, wie das Mana-Schieben fallen aber leider weg. Am besten spielt sich die Begünstigte Seele als hoch effektive Heiler-Klasse mit brauchbaren Nahkampf-Fähigkeiten. Zuviel Abwechslung darf man dabei allerdings nicht erwarten. Zuhauen und heilen ist die Devise. Damit ist die Klasse für Solospiel natürlich sehr gut geeignet. Ob man dafür die Punkte im Turbine-Shop opfern muss, sei dahin gestellt. Unserer Meinung nach die langweiligste Klasse in DDO.

Die Spezialisten.

Der Waldläufer (Ranger). Manchmal auch fälschlicherweise als Förster bezeichnet. Wer erwartet, dass diese Klasse in einem Spiel, das hauptsächlich in Verliesen abläuft, wertlos ist, liegt falsch. Der Waldläufer ist eine der besten Fernkampfklassen. Im späteren Verlauf seiner Karriere bekommt er Zugriff auf eine Handvoll recht nützlicher Zauber. Wichtig: im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-MMOs ist der Waldläufer KEINE Pet-Klasse. Dafür perfomt er halbwegs brauchbar im Solo-Betrieb. Aufgrund seiner sehr schwachen Heilfähigkeiten ist der Waldi aber meistens auf Zauberstäbe angewiesen. Was übel ins (virtuelle) Geld gehen kann.

Der Schurke (Rogue). Etwas ganz Besonderes. Als einzige frei zugängliche F2P-Klasse kann er mit den Fallen in den DDO-Dungeons fertig werden. Und die sind ein wichtiger Teil des Spieles. Die meisten Fallen kann man zwar umgehen, leider verzichtet man dadurch aber oft auf zusätzlichen Loot. Besonders in hohen Leveln (Stufe 15-20) verursachen Fallen ziemlich viel Schaden, so dass der Schurke im Gruppenspiel gern gesehen wird. Da er leider absolut keine Heilmöglichkeiten hat, ist er als Solo-Klasse extrem schwer zu spielen. Weiterhin taugt der Schurke wie in vielen anderen MMOs zum Schaden austeilen, wenn man die notwendigen Stealth-Fähigkeiten ausbaut. Auch als Fernkampfklasse macht er Spaß.

Der Barde (Bard). Noch eine Klasse, die man kaum in anderen MMOs findet. Barden machen Musik, klar. Wozu braucht man das? Zum Buffen. Die Bardenbuffs gehören zu den besten Verstärkungszaubern im Spiel. Und da sie prinzipiell gar keine Zauber sind (sondern Musik), lassen sie sich nicht durch Gegenmaßnahmen debuffen. Nebenbei darf der Barde auch auf eine Handvoll (echter) Zauber zugreifen. Die sind meistens für Crowd-Control nützlich. Aufgrund seiner dünnen Rüstungen und eingeschränkten Heilmöglichkeiten ist er ein miserabler Solo-Charakter. In Gruppen wird er dagegen gerne gesehen.

Der Magieschmied (Artificer). Die neueste Klasse von DDO. Leider steht sie nur den Abo-Spielern kostenfrei zur Verfügung. Der Rest muss zahlen. Die planaren Exploratoren haben das gemacht und konnten fest stellen, dass der Magieschmied eine ziemlich coole Angelegenheit ist. Sie ist die erste echte Pet-Klasse von DDO. Und da der Magieschmied eine Art Steampunk-Zauberer ist, hat er statt einer Schmusekatze einen Blechhund dabei. Zudem teilt er ordentlich Schaden aus UND hat die Möglichkeit Fallen zu entschärfen. Wenn man als Rasse einen Kriegsgeschmiedeten auswählt, kann sich der Magieschmied sogar alleine heilen (pardon, reparieren). Dann hat man die optimale Solo-Klasse. Das geht natürlich nur über den Weg in den Turbine-Shop.

War’s das?

Soviel also zu den Basis-Klassen. Wie bereits erwähnt, kann man in DDO auch bis zu drei Klassen miteinander kombinieren. Hinzu kommen noch die sogenannten Prestige-Verbesserungen (Prestige Enhancements), mit denen man die Klassen noch weiter spezialisieren kann. Den Magier kann man so zum Beispiel in einen Nekromanten umwandeln. Man sieht schon, die DDO-Klassen sind eine Wissenschaft für sich, die den Rahmen dieses Artikel sprengt.

Mit der Auswahl der Klasse ist die Charakter-Erzeugung noch lange nicht zu Ende. Nach der Auswahl der Rassen müssen noch Punkte auf die sechs Attributen (Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und Charisma verteilt werden. Dann werden Fertigkeiten (Skills), Talente (Feats) und später noch die Verbesserungen (Enhancements) ausgewählt. Die DDO Charaktere sind in der Tat kleine Meisterwerke ;-). Auf dieser Seite findet Ihr übrigens Turbines eigene Erklärung der DDO-Charktere. Gar nicht mal übel…

Und: im Charakter-Erschaffungsprogramm bietet DDO aber sogenannte ‚Pfade‘ an, die speziell für Anfänger gedacht sind. Entscheidet man sich für einen Pfad, übernimmt das Spiel die Verteilung der komplexeren Werte. Dadurch verliert man zwar einen Großteil der Kontrolle über die komplexe Charakter-Entwicklung, läuft aber auch nicht in Gefahr sich hoffnungslos zu verskillen. Für Anfänger sehr zu empfehlen. Im nächsten Artikel werden wir uns dann mit den Rassen von DDO beschäftigen.

Und falls Sie Lust bekommen haben, dass Spiel mal auszuprobieren: hier gehts zur DDO-Homepage!

Damit einem die ganzen Zahlen und Begriffe nicht über den Kopf wachsen, kann man einen 'Pfad' für den Charakter wählen. Dadurch übernimmt der Computer die Auswahl der Sekundärwerte.

2 Kommentare

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