X-Men: Erste Entscheidung. Bitte nicht vom Titel auf den Film schliessen!

Was für ein bescheuerter deutscher Titel. Okay, das englische X-Men: First Class hört sich natürlich fürchterlich nach Teeny-Schmonzette an. Und das ist gar nicht mal so falsch, denn junge Superhelden, pardon Mutanten, waren schon immer ein zentrales Thema des X-Men-Universums. Wobei die Superkräfte der Helden selten im Mittelpunkt standen, sondern meistens die Frage, wie man mit ihnen klar kommt und was man draus macht. Das Potential dieses Themas hatte einst der Regisseur Bryan Singer erkannt und so die beiden exzellenten Marvel-Verfilmungen X-Men I & II in die Kinos gebracht. Der Rest ist Geschichte: Hugh Jackman avancierte nach seiner saucoolen Darstellung des Outlaw-Mutanten Wolverine zum Frauenschwarm und stieg in die erste Garde Hollywoods auf. Das Superhelden Genre bekam einen fetten Anschub und wurde später durch Spiderman und Ironman salonfähig. Doch dann kam X-Men: Der letzte Widerstand, an dem Singer nicht mehr mitarbeitete, und fuhr die Serie gegen die Wand.

So cool wie in den 60ern wird's nie wieder.
So cool wie in den 60ern wird’s nie wieder.

Nun aber X-Men: First Class. Der Film ist ein Reboot des X-Men Universums mit komplett ausgewechselter Darsteller-Truppe, ähnlich wie die neuen Batman-Filme. Allerding bricht der Film nicht mit der bisherigen Geschichte, sondern geht zurück zu den Wurzeln der Saga in die 60er Jahre.  Und das ist ein Pluspunkt, den erstens sieht das Sixties-Setting atemberaubend aus und zweitens beweist der Film dadurch eine große Treue zur Comic-Vorlage, die schliesslich in dieser Zeit geboren wurde. First Class ist kurzweilig und sehr emotional. Auch Bryan Singer ist diesmal wieder dabei, wenn auch nur als Produzent. Vielleicht liegt es an seiner jüdischen Herkunft oder daran, dass er bekennender Schwuler ist, dass er sich in das Aussenseiter-Thema so gut einfühlen kann. Die X-Men finden auf jeden Fall wieder zurück zu ihren interessanten moralischen und menschlichen Konflikten. Die Geschichte um den Humanisten Charles Xavier und seinen darwinistischen Freund und späteren Gegner Magneto (Michael Fassbender, coool!) funktioniert wunderbar und bietet 130 Minuten tolles Genre-Kino. Der Film ist in 2D und sollte auch auf DVD oder Bluray für einen schönen, bunten Abend sorgen.

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