Wer ist Hannah? Jason Bournes langweilige Tochter.

Um den Film wurde ein ziemlicher Wirbel gemacht. Sonst wären die Exploratoren nicht rein gegangen. Und das wäre wohl auch besser so gewesen. Wir können den Hype um den Film nur ansatzweise verstehen. Ok, ‚Wer ist Hannah?‘ sieht klasse aus. Fast jede Einstellung ist ein Deko-Foto für den Flur eines Hamburger Thirtysomething-Single-Haushalts. Die blasse Saoirse Ronan, die durch den Film zum Teeny-Idol wurde, ist die zentrale Projektionsfläche dieser pubertären Action-Phantasie. Sie verprügelt mit Leichtigkeit Menschen, die locker ihr dreifaches Körpergewicht haben dürften, erlegt mit ihrem modelhaften und muskelfreien Körper Grosswild und CIA Agenten. Die Story ist nichts weiter als eine erneute Aufwärmung der zig mal kopierten ‚Bourne Identität‘-Geschichte (die ja schon damals nicht unbedingt neu war). Aber trotz aller fotografischen Kunstgriffe erreicht der Film nicht die visuelle Intensität des Vorbildes.  Hannah ist am interessantesten, wenn die distanzierte Kamera deutsche Innenstädte,  stillgelegte Vergnügungsparks, und triste ostdeutsche Wohn-Silos anvisiert. Auf die darin herum irrenden Darsteller kann man eigentlich verzichten. Vielleicht hätte Joe Wright besser einen Bildband zum Thema Deutschland gemacht.



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