Von Panzern und Prinzen: willkommen im Action-Kino-Sommer!

Der Sommer ist da. Zeit raus zu gehen und sich wie ein Pusteblumenfallschirm durch die Juninächte treiben zu lassen. Weniger romantische Nerds wie die Exploratoren gehen statt dessen ins Kino. Denn dort haben inzwischen die unvermeidlichen Sommer-Action-Blockbuster Einzug gehalten. Zwei davon laufen in direkter Konkurrenz: Ironman 2 von Marvel und Prince of Persia von Jerry ‚Pirate of the Carribean‘ Bruckheimer. Welcher ist die bessere Wahl?  Wo gibt es bessere Specialeffects? Die besseren Kämpfe? Die fetteren Explosionen? Die Exploratoren haben nachgeforscht und beide Filme an einem Wochenende durchgezogen.

Fangen wir erstmal mit der Traditionsmarke Marvel an. Das neueste Werke der Comic-Imperatoren, Ironman 2, ist schon ein paar Tage in den deutschen Kinos. Die wichtigste Frage ist natürlich: reicht IM2 an den brillianten ersten Teil heran, oder hat er die Zweite-Teil-Krankheit? Die tritt nämlich des öfteren auf, wenn Produzenten versuchen, den Vorgänger dadurch zu übertrumpfen, dass einfach MEHR aufgefahren wird. Mehr Action, mehr Computerkino-Effekte (CGI) und (immer gerne genommen) eine möglichst verschwurbelte Handlung, die dann das MEHR dürftig zusammen kittet. Vorneweg: Ironman2 ist ein würdiger Erbe des ersten Teiles. Dieser lebte zu 110% von der Verkörperung des genialen Ingenieur-Playboy-Superhelden Tony Stark durch Robert Downey Jr. Da Robert auch diesmal wieder am Start war, konnte eigentlich nichts schief gehen. Ist es auch nicht. Es macht immer noch einen Riesenspass Tony Stark dabei zuzusehen, wie er sein Leben als unangreifbarer, fliegender Panzer in vollen Zügen geniest. Der Plot ist wieder angemessen dünn, was aber nicht im geringsten stört.  Unter anderem leidet Tony an einer Vergiftung, die durch seinen eigenen Anzug erzeugt wird und sieht sich mit einem (etwas plötzlichen) Vater-Sohn-Komplex konfrontiert. Das ganze wird nie wirklich dramatisch, sondern prallt an Stark/Ironman eher ab, was aber auch ein bisschen die Essenz dieses Superhelden ist. Ein weiterer, freundlicher Kritikpunkt ist der etwas schwache Superschurke Ivan Vanko. Mikey Rourke macht seine Sache eigentlich ganz ordentlich und schafft es sogar trotz Botox-Fresse ein paar Falten in die Stirn zu furchen. Gegen den schillernden Tony Stark verblasst er aber einfach. Aber auch hier gilt: macht nix. Was uns sonst noch aufgefallen ist: der Film spart sich überflüssige Kampf- und Baller-Szenen. Eigentlich gibt es nur zwei echte Konfrontationen, von einer freundlichen Prügelei unter gepanzerten Superhelden-Kumpels mal abgesehen. Die beiden Fights haben es dafür aber in sich. Kurz, knackig und mit ziemlich grandiosen Bildern. Besonders das zersägte Grand-Prix-Rennen in Monaco hat den Exploratoren gefallen. Trotzdem ist der Film kurzweilig. Die Überlänge merkt man Dank des fluffigen Drehbuchs nicht ein bisschen.

Prince of Persia (kürzen wir das mal mit PoP ab, heheh…) hat hingegen kein Kino-Erbe zu schleppen. Was man natürlich erwarten darf, ist das die Truppe um Super-Erfolgs-Produzent Jerry Bruckheimer das Videospiel, das als Vorlage diente, angemessen umsetzt. Die PoP-Spiele, von denen es in den letzten 20 Jahren gefühlte 40 Folgen gab, zeichnen sich im wesentlichen durch extrem geschmeidige Hüpf und Kletter-Action aus. In dieser Hinsicht macht der Film nichts falsch. Jake Gyllenhaal läuft fast schwerelos an den schicken Palastwänden hoch, entlang und –  schwupps –  drüber hinweg. Das ganze wirkt nie krampfhaft; man hat immer das Gefühl, das zu mindestens der junge Jacky Chan das sogar wirklich hinkriegen könnte. Gylli traut man das allerdings nicht wirklich zu. Dafür kann er aber schön dackel-blicken.  Als weiteres Element kommt der ‚Sand der Zeit‚ hinzu. Im Spiel ist das die logische Weiterentwicklung des Abspeichern-Neuladens, mit dem man sich ansonsten durch schwierige Stellen hindurch quält. Wenn was schief geht, dreht der Sand die Zeit zurück und man fängt kurz vor der schweren Passage wieder an. Bis es klappt. Im Film wird daraus ein schicker CGI-Effekt und die Möglichkeit, krepierte Kumpels und Protagonisten wieder auf die Leinwand zu holen. Die Radikalität, mit der das Drehbuch diese Möglichkeit benutzt, fanden wir ganz beeindruckend. Mehr wird aber nicht gespoilert… Leider, leider macht der Film an anderen Stellen nicht alles richtig. Die Kämpfe wirken ungenau choreografiert. Oft stehen Personen einfach nicht an den Stellen, wo man sie erwarten würde. Überblick und Glaubhaftigkeit gehen im Stroboskop der schnellen Schnitte leider flöten.  Und das mögen die Exploratoren gar nicht. Und natürlich sieht keiner, aber auch keiner, der Darsteller persisch oder arabisch aus. Nun ja, das ist man generell aus Hollywood gewöhnt. Sei’s drum. Am niedlichsten ist vielleicht die kleine Han Solo/Prinzessin Leia-Story, die zwischen Gylli und der chiquen Gemma Arterton abläuft.  Reicht zwar nicht an die Star Wars Vorlage ran (es fehlt sowohl an Witz, als auch an Dramatik), macht den Film aber Frauen-kompatibler als… sagen wir mal, Ironman 2.

Welchen Film sollte man also im Kino geniessen und welchen kann man sich besser auch als  DVD (oder sonstwie) zu Hause an sehen? Wenn man vor der Wahl steht, raten die Exploratoren zu Ironman 2. Ehrlicher, lauter, verchromter. Ein Film für den Ingenieur im Kind. Und den Militär-Fetischisten. Und den Playboy.

Und PoP? Ist die bessere Wahl, wenn man seine Freundin mit ins Kino nehmen muss. Aber wer macht das denn, wenn man sie in der Zwischenzeit auch alleine in ‚Sex in the City‚ schicken kann?

Und wie immer, für die Kinofaulen, hier die DVD/Amazon Links:

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