Der Siegeszug der Free to Play Spiele

Herr der Ringe Online wird Free to Play. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Bei DDO hat das in Deutschland noch niemanden so richtig interessiert, was vielleicht daran liegt, dass Turbine nie viel Geld für Werbung für das Spiel in Magazinen oder Websites ausgegeben hat. Und letztendlich schreiben die kommerziellen Seiten hauptsächlich über Projekte, von denen sie ein finanzielles Feedback in Form von Werbeschaltungen erwarten. Man muss aber auch zugeben, dass es Dungeons & Dragons selbst als Pen & Paper-Version in Good old Germany immer schwer gehabt hat. Im Zweifelsfall heisst der RPG Platzhirsch immer Schwarzes Auge.

Gollum freut sich: den Einen Ring gibt es demnächst im Item-Shop.

Nun aber Herr der Ringe. Das MMO zum zweit-erfolgreichsten Roman aller Zeiten (erster ist Dickens  ‚A Tale of Two Cities‘). Da rauscht es auch im deutschen Gaming-Blätterwald und die Foren kochen über mit hassgeschwängerten  Diskussionen à la ‚Nun ist die Scheisse im Ventilator‘ oder ‚Hilfe die Free To Play-Kacknoobs kommen…‘

Was für ein Schwachsinn. Die planaren Exploratoren gehören ja nicht zu den Typen, die ständig erwähnen: haben wir euch doch gleich gesagt…aber nun muss es sein. Seit der Wechsel von DDO zum Free to Play Modell angekündigt wurde, haben wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigt. Und allen RPG-Hardcore-Niemals-OOC-Gamern, die jetzt das Panik-P auf der Stirn haben, sagen wir: bleibt mal locker, Jungens ! ! ! Es wird gut werden. Bestimmt. HdR bekommt endlich die Spielerzahl, die dieses (sicher tolle) Spiel verdient. Und wenn ein paar Kids dabei sind, die ihren ersten Ork im Leben am Briefkasten von Orgrimmar gesehen haben, was soll’s?  Dafür hat euch Turbine die Ignore-Liste gegeben.

Wir spielen seit 1,5 Jahren Dungeons & Dragons Online (DDO). Zuerst in Europa via Codemasters. Dann bei Turbine selber. Codemasters hat seinerzeit NICHTS für das Spiel getan und hinkt Lichtjahre hinter dem aktuellen US-Patchlevel hinterher. Das mag dem miesen Einfluss von Atari zu schulden sein – ist aber so. Wir sind nach dem F2P Launch zu Turbine gewechselt und haben sofort VIP-Abos abgeschlossen, weil wir Vielspieler sind. Glaubt uns: das Free to Play hat das Spiel meilenweit nach vorne gebracht. Es wird extrem regelmässig gepatcht, wobei alle Kundengruppen (free, abo, casual, heavy, stupid) gut bedient werden. Die Community ist jetzt riesengross, also sucht man sich Leute, die zu einem passen und ist nicht gezwungen mit seltsamen Subjekten in einer Mini-Bevölkerung zusammen rum zu laufen.

Der Umstieg von Turbine war bei DDO ein super Erfolg, auch in finanzieller Hinsicht. Und Turbine hat genug Mumm um diesen Erfolg in Form von Pflege und Updates an die Spieler zurück zu geben. So gesehen war der Schritt, auch HdRO ins Free 2 Play Modell zu übertragen, sehr nahe liegend. Wir freuen uns für Spiel und Spieler.

Für MMO ist F2P, wenn es richtig gemacht wird, ein prima Modell. Vielleicht kann man es ähnlich sehen wie TV (gratis) und Kino (Pay per View). Die Rolle des Kinos wird immer mehr von kurzen, effektvollen und teuren Boxed-Games ausgefüllt. MMOs gehen immer mehr in die werbefinanzierte Ecke der TV-Sender. Wir werden Zeuge der Geburt einer ganz neuen Form von Entertainment, die zu Zeit aus extrem vielen Richtungen, wie zum Beispiel den Facebook-Games, beeinflusst wird. Schauen wir zu und staunen. Wer war eigentlich Blizzard?

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